Die aktive Beteiligung der „Community“, bestimmter Bevölkerungsgruppen oder (potenzieller) EinzelbesucherInnen erlebt seit einigen Jahren in Deutschland einen Aufschwung. Anders als etwa in den zuvorderst emanzipatorischen Vorstößen der 1970er und 1980er Jahre unter dem Schlagwort Neue Museologie zeigt sich die Partizipationslandschaft heute sehr viel breiter und bisweilen verwirrender – auch, weil bisher im deutschsprachigen Raum intensive Grundlagenforschungen fehlen.

Seit 2010 widme ich mich diesem spannenden Feld und habe Partizipation am Museum im Rahmen eines Promotionsprojekts in Museums Studies (Universität Bremen, FB Kulturwissenschaften) beforscht, gefördert durch ein Stipendium der Zentralen Forschungsförderung der Universität Bremen. Eine weitere Unterstützung erfolgte durch die Museumsakademie Joanneum, Graz, die mir einen Forschungsaufenthalt als Scientist in Residence ermöglichte, um Interviews mit Beteiligten des Projekts „Berg der Erinnerungen“ zu führen.

Meinen ersten Kontakt mit Partizipation markierte das partizipative Ausstellungsprojekt „Meine Sache. Bremens Gegenwart“ am Focke-Museum, dem Bremer Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte, das ich 2005 als ein Mitglied des Kuratorenteams selbst konzipiert und realisiert habe.
Die bereichernden Erfahrungen in der Arbeit mit den Teilnehmenden sowie die überwiegend positive Resonanz der AusstellungsbesucherInnen, aber auch die Hürden, Schwierigkeiten und Rückschläge rund um die Beteiligung von „musealen Laien“ gaben den entscheidenden Impuls, partizipative Prozesse mit ihren Strukturen und Mechanismen zu analysieren und die Auswirkungen auf das „System Museum“ und die daran Beteiligten genauer zu untersuchen.



Veröffentlichungen zum Thema:
  • Piontek: Museum und Partizipation. Theorie und Praxis kooperativer Ausstellungsprojekte und Beteiligungsangebote. Bremen, Univ. Diss. 2016. Bielefeld: Transcript 2017.
  • Piontek: Partizipation und Museum: Spannend und spannungsreich zugleich. In: museum heute 53 (2018), S. 58-61. (Leider ohne Abdruck der Literaturnachweise. Eine Textversion mit den Literaturnachweisen, jedoch ohne Bebilderung, findet sich auf Kubi-Olnine)
  • Piontek: Partizipative Ansätze in Museen und deren Bildungsarbeit. In: Commandeur/Kunz-Ott/Schad (Hg.): Handbuch Museumspädagogik. Kulturelle Bildung in Museen. München: Kopaed 2016, S. 198--205. (Zweitveröffentlichung auf Kubi-Olnine)
  • Piontek: Rezension über Meijer-van Mensch, Léontine / Tietmeyer, Elisabeth (Hg.): Participative Strategies in Collecting the Present. Berlin: Panama Verl. 2013 (Berliner Blätter. Ethnographische und ethnologische Beiträge, 63). In: Zeitschrift für Volkskunde 111(2015) 1, S. 148-151.
  • Piontek: Einlassen/Zulassen/Loslassen. Kooperative Museumsarbeit mit (potenziellen) Besuchern. In: Schmidt/Ohmert (Hg.): Interaktion im Museum 2. Der Besucher im Fokus. Tagungsband Kunsthalle Emden 2013, S. 103-113.
  • Piontek: Partizipation in Museum und Ausstellung. Versuch einer Präzisierung. In: Gesser/ Jannelli/Lichtensteiger (Hg.): Das partizipative Museum. Bielefeld: Transcript 2012, S. 221-230.
  • Piontek: Stadtgeschichten(n) schreiben – Das partizipative Projekt Meine Sache. Bremens Gegenwart. In: Gesser/Jannelli/Lichtensteiger (Hg.): Das partizipative Museum. Bielefeld: Transcript 2012, S. 241-245.
  • Piontek/Janssen/Campaner: Meine Sache. Ein Ausstellungsprojekt zum Sammeln in der Gegenwart. In: Mitteilungsblatt Museumsverband Niedersachsen und Bremen (2007) 68, S. 49-56.
  • Focke-Museum (Hg.): Meine Sache - Bremens Gegenwart. Ausstellungskatalog. Texte u. Redaktion: B. Janssen und A. Piontek. Bremen: Focke-Museum 2006.